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Adam Green Konzert
23.02.04
Hansa 39 (Feierwerk)
Schon beim Betreten des etwas in die Jahre gekommenen Feierwerkgeländes stellt sich eine aufgeregte Stimmung ein. "Alles ausverkauft, was nun? Lass uns halt gehen, wir kommen doch nicht rein!" tönt es vielfach. Am Eingang tummelt sich Publikum, trollt sich vielfach auch wieder. Wir gehen rein, haben unsere Karten schon. Drinnen, vorbei an der freundlichen und flinken Gardarobe, vorbei an dem Seitenteil der kleinen Bühne zum beschaulichen Hauptraum.
Das Publikum, überaus gelassene Normalos und einige Alternative. Größtenteils zwischen 20 und 40, eher introvertiert, gibt sich gerne uninteressiert und überaus erwachsen.
21 Uhr 40: die viel gelobte Supportgruppe "Roman Fischer" gibt ein verschlafenes und leises Stelldichein. Ihre freche und selbstironisch vorgebrachte "unmotiviert, und das ist gut so"- Stimmung wabert durch den dicht mit ca.450 Personen gefüllten Raum. Sanfte und entspannte Provokationen stimmen den Zuhörer auf den Höhepunkt des Abends ein.
Adam Green! Überraschend guter Sound! Gute Rhythmen und dazu noch sehr melodisch. Glasklarer Gesang, rhythmische Gitarren, guter Keyboarder und Schlagzeuger. Die Streicher haben sie heute mal zuhause gelassen. Adam und seine Band lieferten eine überzeugende Vorstellung. 23 rhythmische Songs voller rotzigem Witz und vieles mehr. Adam wirkte erstaunlich frisch und energetisch unter seiner "Zottelmatte" und zeigte die ganze Bandbreite seines Könnens. Von Fröhlichem wie "Blue birds", Melancholischem wie "I wanna die" bis richtigen Stimmungs-Krachern wie dem Doors-Hit „Break on through to the other side“ in der Zugabe.
Einen Kritikpunkt gab es: Die Stimmung. Für den normalen Konzertbesucher etwas enttäuschend, zu melancholisch, zu egal. So wurde trotz gründlicher Recherche kein überschwänglich abhottender Fan entdeckt. Für den Kenner aber nicht weiter verwunderlich, so liegt denn der Reiz in den hinterhältigen Texten, den aberwitzigen Phantasien. In denen von Diamanten, die A.G. aus seinen Speiseresten zwischen den Zähnen herauspult oder Versautem, wie Sex mit Beinlosen.
Fazit: Insgesamt ein sehr gelungenes Konzert einer rotzfrechen, frischen und kreativen Band, das übrigens um 23:30 Uhr endete.
Gastbeitrag von Daniel Strzalka

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